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„Wir sind einfach ein paar Meilen gesegelt“
12.10.2014
Werner Landwehr vollbrachte beim „Sevenstar Round Britain and Ireland Race“ eine seglerische Glanzleistung

Husarenritt: Die „Dessert D’Alcyone” meisterte auf 1800 Seemeilen „Round Britain and Ireland” so einige anspruchsvolle Herausforderungen. (Foto: Paul Wyeth/RORC)

Werner Landwehr vom Bremer Yachtclub überquerte am Sonntag, 24. August, kurz nach Mittag mit seiner Figaro II „Dessert D’Alcyone“ als letztes und kleinstes Schiff beim prestigeträchtigen „Sevenstar Round Britain and Ireland Race“ in einer Gesamtzeit von 13 Tagen, drei Stunden, 40 Minuten und 57 Sekunden die Ziellinie. Damit errang er den dritten Platz in der Zweihandklasse.

Der 71-jährige Bremer kommentiert seine Fahrt mit den Worten: „In vier Jahren sind wir wieder am Start, und ich hoffe, dann noch besser zu sein. Ich habe an vielen Regatten teilgenommen – Fastnet, Rund Skagen und viele mehr – diese war allerdings die härteste von allen. Wir sind erschöpft, aber glücklich, die Regatta geschafft zu haben und freuen uns jetzt auf ein kühles Bier.“

Das Duo - Landwehr hatte sich den jungen „Pogo“-Segler Heiner Eilers (24) als Co-Skipper an Bord geholt - hatte damit zu kämpfen, dass unterwegs die gesamte Stromversorgung ausfiel, so dass man schon aufgeben wollte. „Wir segelten 120 Meilen zurück nach Edinburgh, und als wir dort angekommen waren, gaben wir der Batterie noch eine Chance – und sie funktionierte wieder! Wir mussten 240 Meilen zurücklegen, um wieder Anschluss an das Feld zu erlangen, die verlorene Zeit konnten wir allerdings nicht mehr aufholen. Als wir Muckle Flugga umrundeten, machten uns Kälte, Sturm mit etwa 45 Knoten Wind und Böen sowie hohe Wellen zu schaffen“, so Landwehr gegenüber der RORC-Regattaleitung.

17,8 Knoten Spitzengeschwindigkeit erreichte die „Dessert D’Alcyone“, „das war unglaublich“. Durch „Sauwetter“ musste die Crew durch, aber rundum am Ende zufrieden, hat das Duo bereits feste Zukunftspläne. Die Figaro II sei ihm zwar auf Dauer doch zu sportlich, „aber wir wollen in vier Jahren auf jeden Fall wiederkommen“, verrät Werner Landwehr und hält einen Moment inne. „Dann bin ich zwar 75 – na und!?“

Mit dem Zieleinlauf der „Dessert D’Alycone“ kam das „Sevenstar Round Britain and Ireland Race“ zu seinem glücklichen Ende. 18 Boote erreichten das Ziel – seit die Regatta als Non-Stop-Tour um Großbritannien und Irland ausgetragen wird, haben erst weniger als 100 Boote diese Glanzleistung vollbracht. Werner Landwehr selbst nahm die Glückwünsche zu seiner erfolgreichen Teilnahme gelassen und stapelte gegenüber dem „Sportschipper“ tief: „Wir sind einfach ein paar Meilen gesegelt.“ (tk)

 

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