Logo
Sport Schipper
Gesucht: Lockeres Mundwerk und geschickte Hände
12.10.2015
Die „Schulschiff Deutschland“ will ihre Crew der ehrenamtlichen Gästeführer verstärken

Er weiß, wie man Begeisterung weckt: Georg „Schorse“ Blödorn. (Foto: Kölling)

 

Die „Schulschiff Deutschland“ sucht Verstärkung für ihre Crew. Wer Lust auf ehrenamtliche Arbeit für Deutschlands schönstes schwimmendes Denkmal hat, kann sich im Schulschiffhaus oder direkt an Bord anheuern lassen: Gesucht werden Gästeführer, die nicht auf den Mund gefallen sind. Aber auch handwerklich geschickte Hände für die vielen kleinen Instandhaltungsarbeiten an Deutschlands geschichtsträchtigem Vollschiff sind begehrt. Die „Schulschiff Deutschland“ lief am 14. Juni 1927 bei der Tecklenborg-Werft (Geestemünde/Bremerhaven) vom Stapel und wurde als Segelschul- und Ausbildungsschiff in Dienst gestellt. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde der Dreimaster am 14. Juni 1996 in einer Paradefahrt zu seinem jetzigen Liegeplatz in Bremen-Vegesack verholt, w o es ganzjährig als maritimes Kulturdenkmal liegt.

Wenn Georg „Schorse“ Blödorn Schulklassen vor sich hat, lässt er die Jugendlichen schon einmal Schuh an Schuh an der Teernaht einer Decksplanke antreten: „Bei neunzig Prozent der Gruppen spiele ich den Offizier und zeige so, wie wichtig auf so einem Schiff früher die Disziplin war.“ Für beide Hände in den Hosentaschen setzt es dann vom Vorgesetzten auch schon mal zwei Nacht-Strafwachen, auch wenn der Delinquent eigentlich nur ein unschuldiger Feriengast aus Wanne-Eickel ist. Blödorn: „Aber die Leute spielen eigentlich immer mit und haben einen Heidenspaß daran.“

Wenn Hosenmatze plötzlich unbedingt ins Rigg klettern wollen, Gruppen an Land noch La Ola für ihren Wachoffizier machen oder einfach gar nicht mehr von dem Dreimaster runter wollen, hat Schorse alles richtig gemacht: „Man muss einfach die Freude und den Spaß am Umgang mit den Menschen haben. Und gut wäre noch ein bisschen maritimes Wissen.“ Wobei er das Knowhow in Sachen Seefahrt gar nicht so wichtig findet: „Wer mitmachen will, geht ja erst einmal mit den anderen Gästeführern mit. Die Details will sowieso keiner wissen - und was man braucht, lässt sich lernen.“

Der Hilferuf von Schiffsbetriebsmeister Ingo Müller-Fellmett richtet sich auch an alle, die Lust auf die Arbeit auf einem alten Schiff haben. Nur müssen seine freiwilligen Helfer nicht so gute Erzähler sein wie die potentiellen Gästeführer: „Am liebsten sind mir natürlich Leute mit handwerklichem Geschick und Fähigkeiten, die man auch schon einmal alleine loslassen kann – aber eigentlich nehme ich jeden und jede.“ Grundsätzlich sei es eben so, dass man auf der „Schulschiff Deutschland“ immer Arbeit finde: „Wenn man vorne durch ist, fängt man hinten wieder an. Und zwischendurch geht es noch in den Mast, wenn es blöd läuft.“

Interessenten können sich beim Deutschen Schulschiffverein telefonische melden unter der Rufnummer 0421/658 7373. (vk)

 

 

Dieses und vieles mehr aus Ihrer Region lesen Sie im Sportschipper, dem Fachmagazin für Bremen und umzu. Das Abo lohnt sich. Ganze 1,50 Euro kostet das Heft, das dann jeden Monatsanfang in Ihrem Briefkasten liegt. Tel: 0451-898974, gewerbe(at)sport-schipper.de